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Klezmer-Sonderkonzert in Kückenshagen

Ostsee-Zeitung, Ribnitz-Damgarten vom 1.März 2007

Die Winterscheune Kückenshagen lädt am kommeadea Sonnabend zu einem .Konzert ein. Einem ungeplanten gewissermaßen, denn das Trio „Dr. Schuherski" probte seit Montag in Hoitacker und wird
zum Abschluss der „Trainings-Woche" dem Kuckenshäger Publikum zeigen, wie gut und wie intensiv die Arbeit war.

Klezmermusik wird zu hören sein; Thomas Schudack kennzeichnet das Genre als „Innenstadtklezmer & Randgebietsrhythmen". Und lieferte den Veranstaltern per Internet gleich Mussikbeispieie mit. Da hört man den unvergleichlichen Jan Hermerschmidt(u.a. bei Aufwind, Wenzels Band, Jerewan and Troyke), den „deutschen Giora Feidman"; Zehntausendsassa der Klarinettenkunst, den Artisten auf den Ventilgriffen seines Instrumente, dem er Lachen und Weinen, dem er .Jauchzen und Schluchzen, dem er Tragik und Komik entlocken kann. Da erlebt man auch das rhythmische Rückgrat und den stoischen Fels in der Notenbrandung Janek Skirecki (u.a. Renft und Jessica) mit seinem Kontrabass und als Dritten im Bunde schiießlich den energiegeladenen Thomas Schudack mit seiner Gitarre und dem Banjo (u.a. Grinsteins Mischpocbe und Shmaltz). Was diese drei Musiker auf die Bühne bringen, ist ein musikalisches Feuerwerk besonderer Art. Eine Mini-All-Star-Band der deutschen Kliezmer-Szene. Angetreten nur, um Fußspitzen ins Wippen und Augen zum Leuchten zu bringen; um der Klarinette des „Master Of Clarinet" Jan Hermerschmidt den bunten Rhythmus-Teppich; auszurollen, gern mal leicht angeschrägt immer aber im Strudel der Klänge Osteuropas.
Eine Musik und ein Rhythmus werden geboten, der zum Tanzen einlädt - das ist in der Winiterscheune wegen des begrenztenPlatzes nicht möglich, aber dass der ganze Körper bei diesen Klezmer-Klängen arbeiten wird, ist schon jetzt gewiss.

 

Berliner Zeitung 2015

Innenstadt-Klezmer für den Hinterhof Dr. Schuherski Trio im Kulturkonsum

Berliner Zeitung 2015

Oranienburg (ks) Immer dem romantischen Flackern der Kerzen nach, die den dunklen Weg beleuchten, vorbei an einem knisternden Feuer im Garten, die Treppen hinauf: Die Besucher fühlen sich sofort angekommen, wenn sie die Spielstätte des Kulturkonsums Oranienburg betreten.
„Was jetzt kommt, kann nur gut sein", flüstert eine Frau am Freitagabend. Bis zum Platzen voll ist der Raum, hinten an der Tür drängen sich einige Stehende. Das Dr. Schuherski Trio will „Innenstadt-Klezmer und Randbezirks-Rhythmen" in den gemütlichen Hinterhofspielort in Oranienburg bringen. Das Scheinwerferlicht wird hochgezogen.
Ob Klezmer-Liebhaber oder einfacher Musikfreund - die drei Berliner ziehen das Publikum schnell in ihren Bann. „Wir machen eigentlich Tanzmusik. Aber bei der Enge muss man sich das hier erst mal trauen", sagt Klarinettist Jan Hermerschmidt. Es soll ein Abend für Freunde der Klarinette werden. „Aber auch die Feinde der Klarinette werden diesen Abend nicht vergessen", ist der Musiker sicher. Es gibt einen Walzer, am Ende tosenden Applaus.
Das Dr. Schuherski Trio bezeichnet sich als „Mini-All-Star-Band der deutschen Klezmer-Szene". Die Musiker sind angetreten, um Fußspitzen ins Wippen und Augen zum Leuchten zu bringen. Ein Anliegen, das den sympathischen Berlinern auf Anhieb gelingt. Ja, eigentlich sei es Tanzmusik. Dennoch kann und muss es die Zuhörer auf den Plätzen halten. Jan Hermerschmidt begeistert mit seinem virtuosen Klarinettenspiel, dem er die verschiedensten Stimmungen entlockt. Mal leise, melancholisch, mal laut wie ein Schrei: jedes Stück brilliert durch seine Andersartigkeit. Janek Skirecki wird von der Band als rhythmisches Rückgrat und stoischer Fels in der Notenbrandung bezeichnet. Mit Gitarre und Banjo bringt Thomas Schudack seine besondere Note in das Ensemble ein, das auch, mit originellen Ansagen die Gäste amüsiert.
So erklärt Thomas Schudack, dass er für eines der Stücke die Gitarre auf schwierige Weise halten müsse. Der Gitarrenbauer habe vergessen, an das Instrument eine Befestigung anzubringen, das ein Umhängen ermögliche. „Es könnte also sein, dass ich während des sehr schnellen Stückes zusammenbreche", erklärt er. „Steck es doch unter die Hosenträger!", fordert jemand den Musiker auf. „Alles schon probiert", winkt der ab. Das schnelle Stück „Sirba Matey Matey" kommt aus Rumänien und enthält auch Jazzklänge. Melancholischer wird es bei „Hatirla Sevgili".
„Eine perfekte Mischung aus allem. Dieses Konzert geht wieder einmal in die wunderbare Geschichte des Oranienburger Kulturkonsums ein", erklärt ein Besucher.

 

Hessische Allgemeine (Frankenberg) 14.5.2015

Energische Musiker rissen Publikum mit

Dr.-Schuherski-Trio spielte in der Synagoge

VÖHL Erzählerisch und mit Tempo, so präsentierte das Ensemble Dr.-Schuherski-Trio ihr Kulturprogramm am Samstagabend in der Synagoge von Vöhl. Das Konzert gestalteten die drei Musiker aus Berlin mit Innenstadtklezmer und Randbezirksrhyrlimen - so bezeichnen sie ihre Musik. Das Dr.-Schuherski-Trio aus Berlin setzt sich zusammen aus Thomas Schudack (Gitarre und Banjo), Janek Skirecki (Kontrabass) und Jan Hermerschmidt (Klarinette). Letzterer beherrscht sein Instrument wahrlich meisterhaft, spielt voll Energie, rasant und voller Lebensfreude, sowohl in Dur als auch in Moll. Selbst Stücke mit so vielen Noten, dass kaum Zeit bleibt, um Luft zu holen, interpretiert Hermerschmidt mit einer Leichtigkeit, die das Publikum begeistert. Klezmer ist zum Tanzen da. Und so war es nicht verwunderlich, dass es das Publikum nicht lange still auf den Plätzen hielt. Wippende Füße, schunkelnde Zuschauer, das ist laut Hermerschmidt die deutsche Antwort auf Salsa, und lautes Mitklatschen. Gut unterhalten und amüsiert waren die Zuschauer auch durch die Ankündigungen und Erklärungen zu den einzelnen Stücken der sympathischen Musiker. Nach der Pause griff Jan Hermerschmidi zur Bassklarinette, die er nur spielt, wenn jemand aus dem Publikum fragt, was das wohl für ein Instrument sei, das da im Hintergrund auf seinen Einsatz wartet. Dieses Instrument ist ebenso ausdrucksstark wie seine „kleine Schwester", die Klarinette, und bringt Stücke hervor, die aus dem Nichts erwachsen und die den Humor und die Freude an dem, was die Gruppe auf der Bühne darbot, widerspiegelten, (zen)

Waldeckische Landeszeitung 2015 VON ARMIN HENNIG

Virtuoser musikalischer Humor

Allstar-Trio Dr. Schuherski begeistert die Zuhörer in der alten Synagoge

Vöhl. Das Allstar-Trio Dr. Schuherski trat am Samstag in der Alten Synagoge den Beweis an. Mit „Aufwind" waren Jan Hermerschmidt und Janek Skirecki bereits fünfmal in Vöhl gewesen und hatten dabei eher der musikalischen Tradition des Ghettos gehuldigt. Gitarrist und Banjospieler Thomas Schudack steuerte mit seiner Balkanrhythmik mehr südliche Würze, ein enormes Tempo und eine Prise Humor bei, gelegentlich auch in Form von Seitenhieben gegen den mit seiner Klarinette den Ton angebenden Virtuosen im Zentrum.
Als „Innenstadtklezmef mit Randgebietsrhythmen" bezeichnet das Trio mit dem Klarinettisten Jan Hermerschmidt als Chefmelodiker seine Spielart des jiddischen Jazz, bei dem die heitere Seite eine größere Rolle spielt als der Weltschmerz. Die Anforderungen an die Musiker sind dabei keineswegs geringer, wie sich bei der in Erinnerung an das Holzbein des DDR-Verteidigungsministers Heinz Kessler komponierten „Tanzmusik" erweisen sollte; schließlich mussten entsprechende Akzente auch mal gegen den Takt der munteren und mit zahlreichen Trillern verzierten Weise gesetzt werden.
Rhythmisch komplex ging es es auch beim Balkanpotpurri „Froloxia" im 7/8-Takt zu, das aus dem Repertoire von Saitenspieler Thomas Schudack stammte. Beim Umschnallen der Gitarre für das nächste elektrifizierte Stück spielte er noch einmal auf den spontan improvisierten Show-Effekt vor der Pause an.
Mit der gemeinsamen Reaktion auf den gerissenen Riemen, die den Gitarristen in eine liegende Position zwang, hatte das Trio dem Publikum eine so nicht geplante Premiere geboten, denn seine Mitmusiker gingen auf Anhieb mit zu Boden und absolvierten dabei den tiefsten Auftritt ihrer Karriere.
Beim nächsten Rekordversuch forderten die drei Musiker die schlagkräftige Mithilfe des Publikums ein, denn ohne die entsprechende Mitklatschfre-quenz würde es wohl nichts mit dem Durchbrechen der bisherigen Schallmauer im Klarinet-tenschnellspielen. Dank der Unterstützer im Publikum in der gut besuchen alten Synagoge gelangen Jan Hermerschmidt 257 Noten pro Minute, eine neue Bestleistung.
Mit dem anschließenden „Glienicker Gassenlied", einer Art Klezmerblues, bei dem die gemächliche an einzelne Schritte erinnernde Rhythmik das Tempo vorgab, ging es in jeder Hinsicht geruhsamer zu,' während das Trio auf einen stillen Ausklang zusteuerte.
Der kräftige Beifall der rundweg begeisterten Zuhörer bildete den denkbar dankbarsten Kontrast und eine Ermutigung zu zwei Zugaben und weiteren heiteren Anekdoten aus der Welt der Klezmervirtuosen.
Erwies sich das flotte Potpurri „Russian Shares" als unausgesprochene, aber gern genutzte Gelegenheit zum Mitklatschen, so spielte Jan Hermerschmidt beim Finale sein Solo mit dem Rücken zum Publikum - eine Hommage an den im Programm mehrfach angesprochenen Klezmervirtuosen Naftuli Brannt-wijn aus den 1930em, der seine Einzigartigkeit damit vor den Blicken der Konkurrenz schützen wollte. Das andere Markenzeichen des Klarinettengottes ersparte sich Hermerschmidt, denn die Jacke mit der eingebauten elektrischen Christbaumbeleuchtung hatte sich vor 90 Jahren als extrem kurzschlussanfällig erwiesen, sobald der Musiker ins Schwitzen geriet.